Auf Achse

Sternwallfahrt nach Klein-Jerusalem

Die Wallfahrtskapelle von Klein-Jerusalem wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Sie wird seit 1993 im Rahmen einer Sternwallfahrt von den Matthiasbruderschaften des Bezirks Niederrhein alljährlich besucht. Jedes Jahr pilgern auch wir, gemeinsam mit der Bruderschaft aus Vorst, dorthin. Es ist für uns Pilger die erste "Einlaufstrecke" für das neue Wallfahrtsjahr.

Hin und Zurück beträgt die Laufstrecke ca. 30 KM, ein schönes Stück für' erste! Wir treffen uns in Holzbüttgen gegen 11:00 Uhr an der Pfarrkirche Sieben Schmerzen Mariens und gehen von dort in Richtung Vorster Wald bis hin zum Ehrenmal der unbekannten Soldaten. Hier stoßen die Vorster zu uns und wir gehen nun gemeinsam in Richtung Märchenwald bis an das Ende der Asphaltstraße, Nähe MG-Flugplatz. Dort warten traditionell die guten Seelen der Bruderschaften aus Vorst und Holzbüttgen auf uns. Sie haben sich um unser leibliches Wohl gesorgt und das tut so richtig gut!

Nach der kleinen Stärkung geht es weiter durch Felder, Wiesen und an Gestüten vorbei bis wir in Neersen und schließlich dann an der Kapelle Klein-Jerusalem -unserem Ziel- ankommen. Die Bruderschaft Neersen, die sich um die Sternwallfahrt jedes Jahr vorbildlich kümmert, hat direkt an der Kapelle ein Zelt mit Altar aufgebaut, viele Sitzbänke herangeschafft um mit allen Wallfahrern, die den Weg nach Klein-Jerusalem gefunden haben, eine "Feldmesse" zu feiern.

Dabei ist Pastor Peter Harperscheidt ein wahres Zugpferd, denn seine Predigten sind mitreißend, aktuell und von einer gewissen Würze, sodaß das Zuhören niemandem schwer fallen dürfte.

Nach der hl. Messe im Freien werden die Sternwallfahrer alle zum benachbarten Bauernhof eingeladen. Dort hat die Bruderschaft aus Neersen für eine tolle Bewirtung mit belegten Brötchen und warmem Kaffee gesorgt. Es gibt auch -für den der möchte- einen Schluck "Pilgerwasser" (siehe A-Z)!!! Man trifft auf alte Bekannte, aber auch manche neuen Gesichter kann man in der wimmelnden Menschenmenge des Bauernhofes ausmachen. Vielleicht angehende Neupilger, die ihr Laufmöglichkeiten und die Gemeinschaft ausprobieren wollen??? Es werden Schwätzchen gehalten oder aber man informiert sich darüber, was es Neues in den Bruderschaften gibt.

Zwischen 16:30 und 17:00 Uhr brechen die einzelnen Pilgergruppen wieder auf. 
Gemeinsam , so wie wir gekommen sind, gehen wir auch wieder gemeinsam den Weg zurück. Wie auf dem Hinweg so wird auch auf dem Rückweg manches Gesätz gebetet, Marien- und Christusrufe und auch das eine oder andere Lied gesungen.

Für die meisten ist schon auf dem Nachhauseweg klar: "Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei!"

 


"Kleine Wallfahrt" nach Hohenbudberg

Im Herbst führt uns eine sogenannte "kleine Wallfahrt" nach Hohenbudberg.
Wir organisieren Fahrgemeinschaften und starten dann ca. 14:15 Uhr ab Pfarrzentrum Holzbüttgen in Richtung Krefeld-Uerdingen.


Dort kommen aus vielen Bruderschaften des Niederrheins alljährlich Pilger zusammen, um dann von St. Peter (Pfarrkirche von Krefeld-Uerdingen) aus, den Rhein entlang, bis nach St. Matthias in Hohenbudberg zu pilgern. In der schönen Pfarrkirche von Hohenbudberg feiern wir dann mit Pastor Harperscheidt eine heilige Messe. Anschließend erwarten uns schon auf dem Kirchenvorplatz leckere Schnittchen "auf der Faust", sowie eine ebenso leckere Tasse Kaffee. Auch darf natürlich hier nicht, das in meinem vorherigen Artikel schon beschriebene "Pilgerwasser" fehlen.

Gestärkt, pilgern wir den gleichen Weg den wir gekommen sind, nun wieder zurück. Am alten Deichtor der Stadt verabschiedet der Bezirksbrudermeister und Pastor Peter Harperscheidt (als Präses) alle diejenigen, die mitgepilgert sind.

Fazit - es waren wieder ein paar schöne gemeinsame Stunden im Kreis der Matthiasschwestern und -brüder. PS: Die Pilgerstrecke beträgt hin und zurück etwa 5-6 KM. Die Gesamtzeit, die man unterwegs ist, beträgt ca. 3 1/2 Stunden.

 


Etwas Geschichtliches zu St. Matthias in Hohenbudberg

Hohenbudberg gehört zum Bistum Aachen.
St. Matthias in Hohenbudberg ist eine dreischiffige Basilika zu 4 Jochen mit Querhaus und Westturm. Errichtet wurde sie unter Pfarrer Hermann-Jakob Schmitz, nach Plänen von Dombaumeister Vincens Statz aus Köln in der Zeit von 1852 bis 1854. Die Basilika wurde 1945 durch Bomben zerstört und war 1949 dann wieder benutzbar. Von 1990 bis 1997 fand eine gründliche Instandsetzung statt bei der zum Teil der Urzustand wieder hergestellt werden konnte.
Es gibt 3 sehr schöne und sehr alte Altäre. Da wäre zuerst der Hauptaltar zu nennen. Er wird Marienaltar genannt und stammt aus dem 1. Viertel des 16. Jahrhunderts. Er wurde für 800 Thaler aus Lippstadt erworben.  Der vom Eingang aus betrachtet, linke Seitenaltar, ist der Kreuzaltar. Auch er stammt aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und wurde aus Lohne für 400 Thaler erworben. Der Seitenaltar auf der rechten Seite wird Apostelaltar genannt. 1476 wurde er in Meinerzhagen geweiht und im Jahre 1861 erworben. Es gibt 2 Statuen vom St. Matthias. Die erste befindet sich außen, neben der rechten Seitenkapelle. Sie ist aus Tuffstein gearbeitet und wird um 1860 datiert. Die andere Statue befindet sich im Chorraum, neben dem Ambo. Sie wurde 1980 aufgearbeitet. 

St. Matthias in Hohenbudberg wird seit einiger Zeit auch gerne für Hochzeiten genutzt.